PARADOXIDATIONEN

 

Insofern man Linie als Haltung verstehen will, verfolgt Jani W. Schwob seine Linie. Eine Linie, die sich durch diverse Gattungen der Kunst zieht. 1961 in Leoben geboren und dort aufgewachsen, perfektionierte der Autodidakt sein Zeichnen über die Jahre. Im Grunde, erklärt Schwob, sei er ein Zeichner. Wenn er sich auch – stets anlassbedingt – inzwischen in allen erdenklichen künstlerischen Genres bewegt, liegt seinen Arbeiten jeweils „die Linie“ zugrunde: „Mit dem Zeichnen unterstütze ich mein Denken. Erst dann geht´s in die Malerei, Skulptur oder Film und Sound." 
Wenzel Mraček 

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Paradoxidationen: Jani W. Schwob nutzt den Prozess der Oxidation zwischen Metallschichten von Kupfer und Eisen. Die Komposition, die Entwicklung der Form jeweiliger Tafeln, basiert damit in erster Linie auf chemisch physikalischer Reaktion, während der ein Austausch von Elektronen stattfindet, der zur farblichen und flächigen Entwicklung führt. Gewollt beendet der Künstler diesen Prozess zum Zeitpunkt adäquater Strukturen durch Abbrechen der Sauerstoffzufuhr. Zur Komposition weitergeführt werden die Bildwerke schließlich durch informelle Ölmalerei und grafische Eingriffe. Wenngleich nichtgegenständliche Malerei, die auf keinem Motiv beruht, lassen die Bilder vielleicht an Luftaufnahmen von Landschaften denken. Diesem Klischee wiederum entgegnet Schwob mit Titeln wie "Bitte nicht Venedig".
Wenzel Mraček 
Oxidation (von oxygenium) bezeichnet die Abgabe von Elektronen und früher verstand man darunter die Verbindung eines Stoffes mit Sauerstoff. Sie zählt zu den grundlegenden chemischen Reaktionen, die sowohl Organisches als auch Anorganisches prägt. Sie verändert Mineralien und Metallen und stellt in unseren Zellen die Energie für das Leben bereit. Der Anstieg des Sauerstoffgehalts veränderte vor Milliarden von Jahren die Erde grundlegend und bildete die Voraussetzung für die Entwicklung komplexer Lebensformen. Die Endosymbionthentheorie besagt, dass Einzeller einst andere in sich aufnahmen und so die Kraftwerke (Mitochondrien) in unsere Zellen gelangten. Auf diese Weise konnten im Laufe der Evolution vielfältige Organismen entstehen.
Sophia Knaus
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