TALKING (ABOUT) IMAGES

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Ausstellungseröffnung: Dienstag, 29.05.2018, 18:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 30.05. - 12.06.2018

Nach einer ersten Etappe in der Galerija Kortil in Rijeka kommt die Ausstellung Talkling (about) images von 29. Mai bis 12. Juni 2018 in die Kunsthalle Graz und setzt ihre Reflexion über die Rolle und die Kraft der Bilder in der zeitgenössischen Gesellschaft zwischen Individualbewusstsein und Massenkultur fort. 

Das Projekt, das von Francesca Lazzarini und Marta Rovetta für Cultural Inventory kuratiert und vom Bundesland Steiermark unterstützt wurde, gliedert sich in eine vierteilige Wanderausstellung und ebenso viele Eröffnungsevents mit acht KünstlerInnen aus verschiedenen Ländern, die mit unterschiedlichen Ausdrucksmitteln arbeiten: The Cool Couple, Severin Hirsch, Kate Howlett-Jones, Neža Knez, Maryam Mohammadi, Nika Rukavina, Alessandro Sambini und Christoph Szalay. Im Fokus der Ausstellung stehen die Beziehung zwischen Bildern und der Wirklichkeit, die sie abbilden, die Mechanismen, die ihre Produktion und Verbreitung regeln, die Ambiguität, die sie hervorzubringen vermögen, aber auch ihr Potential als gemeinsame Universalsprache.

In der Tat bedürfen Bilder anders als Worte keiner Übersetzung, um von Menschen aus unterschiedlichen Sprachräumen und Kulturen verstanden zu werden, und stellen deshalb potentiell ein uneingeschränktes Mittel der globalen Kommunikation dar. Nichtdestotrotz sind Bilder ihrer Natur nach ambivalent und ihre Interpretation ist weit entfernt davon, objektiv zu sein. Aufgrund ihrer Überzeugungskraft kommt Bildern eine Schlüsselrolle in der globalisierten Welt zu: Sie bilden ein Vehikel der Ideologien und eine der wichtigsten Waffen im Kampf um die strategische Kontrolle der kollektiven Vorstellungskraft.  

In Talking (about) images werden Bilder als autonome Sprache aufgefasst. Bei dem partizipativen Projekt, aus dem die Installation Imag(in)e Ka-mi-ze entstanden ist, setzt Neža Knez die Zeichnung als Instrument ein, um Kinder zur Beteiligung an der Planung einer besseren Zukunft aufzufordern. Mit der Arbeit Lemmings fördert Severin Hirsch einen eigenständigen Gebrauch von Bildern und Worten, die gleichfalls als Symbole aufgefasst werden. In Memories Icon untersucht Maryam Mohammadi die Art und Weise, wie Bilder das individuelle Gedächtnis und die visuelle Kultur prägen. 

Zudem erforscht die Ausstellung das Potential und die Grenzen der visuellen Sprache sowie ihre Interaktion mit anderen Ausdrucksmitteln. In diesem Sinne verwendet The Cool Couple in Everyday Gif-Memes, um den Einfluss der sogenannten „sekundären Visualität“ auf unser Leben hervorzuheben. In dem Pocket Dictionary of the world’s Most Iconic Photographs von Kate Howlett-Jones ist jedes Stichwort durch einen poetischen Text definiert, der ausgehend von Online-Kommentaren zu den Bildern geschrieben wurde. Christoph Szalays Installation It’s not your time to get your angel’s wings just yet geht aus der symbolischen Geschichte der Titanic und deren Reaktualisierung durch ein Computerspiel hervor, um über die Repräsentation und das Aushandeln von Wirklichkeit nachzudenken. 

Schließlich hinterfragt Talking (about) images die Verantwortlichkeiten, die mit der Produktion und dem Konsum von Bildern verbunden sind. In Nika Rukavinas Video und Performance The Illusion of Truth wird der propagandistische Gebrauch von Bildern und deren passive Rezeption im Alltagsfluss denunziert. In Alessandro Sambinis Spelling Book werden die analogen Ergebnisse eines automatischen Lernprozesses präsentiert und dabei Fragen nach dem Lernbegriff selbst, nach der Erkenntnisentwicklung und dem notwendigen Bewusstsein bei der Kreation neuer Bilder aufgeworfen. 

Die Videoinstallation The Images of our Dreams des Kollektivs Discipula, die anlässlich der Eröffnung in Rijeka Eingang in das Projekt gefunden hat, skizziert hypothetische Szenarien, die für die Beziehung zwischen Bildern und Menschen repräsentativ sind. 

In der Folgezeit wird Talking (about) images von 28. September bis 18. November nach Triest und anschließend nach Slowenien wandern. 
In Zusammenarbeit mit Galerija Kortil, Kunsthalle Graz, MLZ Art Dep, dem Italienischen Kulturinstitut in Slowenien, dem Österreichischen Kulturforum Ljubljana, POIUYT und dem Kunsthistorikerverband Rijeka.

KünstlerInnen

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